3. September

Agenturtreffen Mitteldeutschland

von Michael Kühle Ein Kommentar

Es war eine Idee, nun ist es Realität. Am 15. Oktober 2010 wird es das erste Agenturtreffen Mitteldeutschland in Leipzig geben.

Uns, den Initiatoren des Treffens, ist immer wieder aufgefallen, dass die Agentur-Szene in Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt & Thüringen) nicht so gut vernetzt ist wie in anderen Teilen Deutschlands. Gleichzeitig sind wir häufig auf der Suche nach Kooperations- und Projektpartnern. Vielleicht geht es Dir auch so. Deswegen ist Anfang des Jahres die Idee entstanden, Agenturen der verschiedensten Branchen zu einem Event einzuladen. Dabei denken wir an die Branchen Online Marketing, PR, Grafik, Webdesign, Entwicklung, Video oder die klassische Werbeagentur, deren Kunden sich auch immer mehr für Online-Maßnahmen interessieren.

Wer sind die Initiatoren? Es sind eben genau Agenturen aus Mitteldeutschland:

Das Agenturtreffen ist als Tagesveranstaltung geplant, deren Hauptziel entspanntes Networking sein soll. Daneben möchten wir aber auch inhaltliche Themen bieten, die für Agenturen relevant sind. Deswegen sind sowohl Podiumsdiskussionen als auch Sessions zu verschiedenen Themen geplant, bei denen sich die Teilnehmer einbringen können.

Abends wird es eine lockere Networking-Veranstaltung geben – natürlich mit Musik :) . Veranstaltungsort ist der Mediencampus in Leipzig. Den aktuellen Stand zu den Vorbereitungen kannst Du auf der Webseite www.agenturtreffen-mitteldeutschland.de verfolgen. Ebenso kannst Du Dich hier anmelden!

Wir hoffen auf gutes Netzwerken und neue Kontakte in entspannter  Atmosphäre und freuen uns auf einen Tag, an dem wir Agenturleute “unter uns” sind. Natürlich wünschen wir uns auch frische Ideen, Kooperationsansätze und bei – gutem Gelingen – eine regelmäßige Neuauflage des Agenturtreffens.

Wir sind sehr gespannt auf das erste Agenturtreffen Mitteldeutschland und hoffen, Dich dazu begrüßen zu können!

24. Juni

Rückblick: Internet Marketing Köln

von Michael Kühle Ein Kommentar

Am vergangenen Donnerstag waren Dave und ich zum ersten Mal im schönen Rheinland auf der Internet Marketing Köln. Die Veranstaltung führte bereits zum vierten Mal Leute aus verschiedensten Bereichen wie Marketing, Werbung, Entwicklung sowie Online Marketing zusammen. An einem schönen Sommerabend kamen ca. 400 Personen in den VIP Bereich des Kölner RheinEnergie Stadions. Letztendlich stand der Abend bei kühlem Kölsch und leckerem Fingerfood im Zeichen des Networking.

Nach einem ruhigen Start, was wohl am schönen Wetter lag, füllte sich die Veranstaltung zum Abend hin. Beim Kickern kam auch ein wenig WM Stimmung auf, nur leider müssen wir unser Spiel für die kommende Veranstaltung noch optimieren. Letztendlich war es ein sehr schöner Abend mit guten Gesprächen und vielen neuen Kontakten.

Rückblickend werden wir auch im kommenden Jahr dabei sein, allerdings auch mit einem Hinweis an die Veranstalter, doch vielleicht einen „Speeddating Bereich“ einzurichten.

3. Juni

Rückblick: Das UXCampEurope 2010 (Sonntag)

von Wolf Brüning 4 Kommentare

« Zum ersten Teil des Artikels

Logo UXCampEuropeDer Sonntag begann wieder gegen 10 Uhr mit dem Session-Planning im Hörsaal. Diverse müde Gesichter und zahlreiche Plätze, die sich erst nach und nach füllten, zeugten von der Qualität der nächtlichen Party. Für den Sonntag waren fünf Timeslots für Sessions reserviert, von denen der Letzte aufgrund der hohen Nachfrage komplett für den zweiten Vortrag von Eric Reiss reserviert wurde. So kam das UXCamp schließlich noch zu einer gefeierten Keynote (siehe unten). Desweiteren verschlug es mich auf die folgenden Sessions (wieder hatte ich in jedem Slot die Qual der Wahl zwischen verschiedenen, hochinteressanten Themen, leider habe ich mich mindestens einmal falsch entschieden):

1. Session: Information Sharing in Companies

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Carmen Fehrenbach richtete Ihre Session zum Teilen von Informationen in Unternehmen als interaktiven Workshop aus. Zuerst sollten sich alle Teilnehmer entlang einer Skala von 1 bis 10, als Indikator wie gut sie das Information Sharing in Ihren Unternehmen einschätzen würden (1 = nicht vorhanden, 10 = perfekt), anordnen. Anhand dieser Reihenfolge wurde eine Aufteilung in zwei Gruppen vorgenommen, die kollaborativ jeweils eine Mindmaps an der Tafel entwickeln sollten. Hierbei sollte die Gruppe aus Firmen mit eher besserem Informationsaustausch zusammentragen, welche Werkzeuge, Prozesse und kulturellen Faktoren bei ihnen positiv zum Information Sharing beitragen. Die andere Gruppe sollte ergründen, warum dieser Prozess so schwierig ist. Im Anschluss wurden beide Mindmaps präsentiert und diskutiert. So scheitert Informationsaustausch in der Regel am Fehlen einer „Kultur des Teilens“, am Mangel an Zeit während Projekten und an falschen Werkzeugen (z.B. Dokumentation nur in Word-Dokumenten). Ein weiterhin großes Hemmnis ist, dass das Teilen von Informationen in der Regel von den Vorgesetzten nicht belohnt wird. Positiv hingegen wirkt sich selbstverständlich der Einsatz typischer Tools wie Wikis und Blogs oder die Verbreitung von kurzen Informationshäppchen über firmeninterne Twitter-Server (z.B. laconi.ca ) aus. Neben eine generell gut funktionierenden Kultur des Teilens wurden von einigen Firmen positive Beispiele von sogenannten Champions (für jedes Projekt gibt es ein Team-Mitglied, das sich für dieses verantwortlich fühlt – zusätzlich zum Projektmanager), Spezialisten (für jede Technologie gibt es eine Person im Team, die sich besonders gut damit auskennt und die damit für alle der Ansprechpartner ist) oder firmeninternen Barcamps (die ganze Firma geht für einige Tage an einem anderen Ort in Klausur und jeder hält Vorträge aus seinem Erfahrungsbereich) hervorgehoben.

2. Session: Making the User Smile – Emotional Design

Diese Session hätte eigentlich unbedingt eines größeren Raumes bedurft, die Besucher stapelten sich wortwörtlich oder saßen gleich auf dem Boden des Seminarraumes. Remy Blättler von der Schweizer Textagentur Supertext wurde dann auch dem großen Interesse gerecht und hielt eine spannende Präsentation zu der Emotionalisierung von Design und Kommunikation.

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Remy wählte als Ausgangsbasis eine angepasste Version der Maslowschen Bedürfnispyramide, die er als Bedürfnishierarchie des Nutzers bezeichnete: Zu aller erst, in der untersten Ebene, braucht ein Nutzer Funktionen, in der zweiten Ebene müssen diese Funktionen verlässlich sein und in der dritten benutzbar. Darüber thront als höchste Ebene, die es zu erreichen gilt, die Freude an der Bedienung. Im Anschluss brachte Remy viele gute Beispiele für emotionales Design (z.B. der Einkaufswagen, der sich freut, wenn man Produkte hineinlegt und das Mailchimp-Maskottchen), zeigte viele Einsatzpunkte (Teamseiten von Firmen bieten eine gute Gelegenheit, siehe unsere „Mitarbeiter des Moments“) und erklärte, wie man persönliche und nicht personalisierte Firmenkommunikation erreicht (Tipp: im CRM speichern, ob man „per Du“ oder „per Sie“ ist). Der Vortrag endete mit dem Apell, Emotionalität stets behutsam und nie auf Kosten der Usability einzusetzen.

3. Session: Sketching for Interaction

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Die dritte Session am Sonntag drehte sich um die Findung einer neuen, praktischen und leicht zu erlernenden Notation zur Konzeption von Nutzerschnittstellen. Die hauptsächlich als Workshop konzipierte Session blieb leider aufgrund der sehr zurückhaltenden Moderation ohne wirkliches Ergebnis. Trotzdem gab es einigen interessanten Austausch.

4. Session: Designing the Social Intranet

Diese Session war ein Brainstorming für zukünftige soziale Funktionen von Unternehmens-Intranets. Ich war allerdings nur physikalisch anwesend, es war aber (glaube ich) auch nicht so spannend.

5. Session: e-Services (Keynote)

Nach den eher semi-spannenden Sessions 3 und 4 nährte sich das UXCampEurope langsam aber sicher seinem Ende. Zum Glück stand noch der Höhepunkt des Tages auf dem Plan: die zur Keynote umgewandelte Session von Eric Reiss (Buch-Autor und CEO FatDUX Group) mit dem Titel „e-Services“. Der in Kopenhagen lebende und arbeitende US-Amerikaner ist ein sehr leidenschaftlicher und unterhaltsamer Redner, der sich gerne über die alltäglichen Unzulänglichkeiten von Interfaces und Dienstleistern aufregt. Und ihm dabei zuzuhören macht sehr viel Spaß.


Foto: Henning Grote (Blaue Botschaft, UXCampEurope)

Der „Grumpy Old Man“ erklärte, was Dienstleistungen im Gegensatz zu üblichen Lehrbuchdefinitionen eigentlich sind („An intangible event that helps us achieve something“), wie man dieses insbesondere mit Serviceleistungen im Web erreicht, dass 83% Kundenzufriedenheit noch lange nicht gut sind (Kundenloyalität steigt erst ab 90% so richtig) und dass unglückliche Kunden gefährlich sind: Glückliche Kunden erzählen im Schnitt drei Bekannten von ihrer positiven Erfahrung, unglückliche erzählen 17 (!) anderen von einer negativen Erfahrung – und diese Zahlen stammen aus Zeiten vor dem Durchbruch von Social Media. Richtig unterhaltsam wurde es, wenn er sich über schlechten Kundenservice von eBay, British Airways (auf 11 seiner letzten 12 Flüge ging Gepäck verloren) und Wine.com aufregte, dabei teilweise aufs Pult sprang und sich von dort aus weiter aufregte. Auch der Werbespruch der Entsorgungsfirma auf der Mülltonne seiner Mutter in Florida („Delivering Excellence every Day“) kam nicht gut weg: „This is bullshit, they are not delivering anything, they are taking something away. Nobody wants to get anything delivered by the garbage truck. And, by the way, they are not doing it every day anyway, just once a week!“

Wer die Möglichkeit hat, irgendwo mal einen Vortrag von Eric zu hören, sollte dem unbedingt nachgehen &ndash man wird wunderbar unterhalten. An seinen Vortrag schloss sich dann die Abschlussrunde an. Das von den Teilnehmern geäußerte Feedback war – keine Überraschung – durchgehend positiv. Wie viele weitere äußerte auch der Teilnehmer mit der (mit Abstand) weitesten Anreise, Ranjeet Kumar aus Indien, dass dieses die beste Konferenz ist, auf der er jemals war. Auch ohne bisherige Barcamp-Erfahrung kann ich mich dem positiven Feedback nur anschließen. Das UXCampEurope 2010 war eine wirklich sympathische, vielfältige und wertvolle Veranstaltung, auf der ich viel gelernt habe. Ich hoffe zudem, dass das Europa-Konzept beibehalten wird. Die Zusammenstellung der Teilnehmer, nicht nur aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen sondern auch aus den unterschiedlichsten Ländern, war der perfekte Nährboden für viel Kreativität und interessanten Austausch.

Abschließend möchte ich – und man kann es nicht oft genug sagen – dem Organisationsteam ein riesiges Dankeschön für die perfekte Planung und Ausrichtung dieses unglaublich reichhaltigen und inspirierenden Barcamps danken, besser geht es wahrscheinlich wirklich nicht. Natürlich geht ein weiteres großes Dankeschön an alle Session-Halter und alle anderen Teilnehmer, die das UXCamp mit interessanten Inhalten gefüllt und mit ihrer Persönlichkeit bereichert haben.

UXCampEurope 2011, ich bin auf jeden Fall dabei!

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Weitere Beiträge zur Berlin Web Week in unserem Blog

2. Juni

Rückblick: Der Start-up Day auf der webinale 2010

von Michael Kühle 4 Kommentare

Logo WebinaleAm vergangenen Montag besuchten Dave und ich die diesjährige webinale in Berlin. Da wir die Veranstaltung bisher nur aus Erzählungen kannten, entschieden wir uns im Vorfeld nur den Start-up Day zu besuchen. Dies um zum einen die Veranstaltung an sich kennenzulernen und zum anderen aufgrund des Programms eventuell auch einiges zum Thema Start-Ups mitnehmen zu können. Nachdem wir nun den Ort der webinale mitten im Herzen von Berlin erreichten – die Veranstaltung fand direkt im Maritim proArte in der Friedrichstraße statt – begann auch gleich der „Session-Marathon“. Denn nun sollten 8 Sessions auf uns warten.

In der ersten Session „Business Development bei Start-ups“ von Benjamin Günther (Stylight) wurde uns ein Einblick in das Business Development von Stylight.de gegeben. Es zeigte sich, dass dies nicht viel anders Strukturiert ist als bei uns. Es folgte Dennis Bemmann, einer der Gründer von StudiVZ, mit seiner Session „Was man alles falsch machen kann“, welche zum Ende hin sehr techniklastig wurde. Welch Wunder als ehemaliger CTO von StudiVZ.

Sehr interessante Einblicke in die Struktur von amiando.de gab uns dann Felix Haas, einer der Gründer der Seite. Er sprach in seiner Session „Team-Building/Skalierung“ über die Topfaktoren funktionierender Teams, Motivationsformen sowie Suchkriterien für die Personalrekrutierung. Diese Session hatte viele Anregungen für uns. Sei es ein sogenanntes „lucky lunch“ bis hin zu speziellen „Rollendefinitionen“ für Mitarbeiter.

Es folgte nach der Mittagspause Rainer Maerkle (Holtzbrinck), der über den „Pitch“ einer Idee bei Holzbrinck Ventures berichtete, was sich dann wie noch weitere Sessions eher an potentielle Investorensuchende wandte. Eine weitere doch sehr interessante Session war Kolja Hebenstreits (Team Europe Ventures) Vortrag über die „10 Erfolgsfaktoren für Start-ups“. Hier gab es gute Tipps von Human Ressource Management bis hin zu Customer Orientation. Letztendlich folgten noch Sarik Weber (früher cellity) der gute Tipps für die PR Arbeit gab und eine Session über mögliche Förderprogramme.

Unser Fazit des Gründertags: eine alles in allem interessante Veranstaltung. Wir haben den einen oder anderen Punkt für uns mitgenommen und konnten Gründer aus dem B2C Bereich des Internets kennenlernen. Und sollte jemand eine gute Idee für den B2C Bereich haben und einen Finanzier suchen, auf dem Gründertag kann man viele Venture-Capital-Geber kennenlernen und somit den direkten Kontakt herstellen.

Für mich persönliche endete der Besuch in Berlin erst am Dienstag. Dort hatte ich noch die Gelegenheit eine sehr gute Ausstellung von Olafur Eliasson im Martin-Gropius Bau zu besuchen sowie am Abend ein sehr gutes Konzert der britischen Band Kasabian im Astra-Klub zu erleben. Wie immer war Berlin eine Reise wert!

1. Juni

Rückblick: Das UXCampEurope 2010 (Samstag)

von Wolf Brüning 5 Kommentare

Logo UXCampEurope

Am vergangenen Wochenende hatte ich die Gelegenheit das UXCampEurope in Berlin zu besuchen. Bei diesem zweitägigen Barcamp ging es – wie das Kürzel im Namen vermuten lässt – um User Experience, User Interface Design, Information Architecture und verwandte Themen (unter anderem auch Pop-Songs, dazu später mehr). Für das UXCamp hatte die Humboldt-Universität ihr modernes Erwin-Schrödinger-Zentrum (ESZ) zu Verfügung gestellt, das mit Hörsaal, zahlreichen Seminarräumen und Cafeteria einen sehr guten Rahmen für das Ereignis bot. Leider war es gut 40 S-Bahn-Minuten von Berlin Mitte entfernt und somit doch etwas sehr „ab vom Schuss“, aber das war eines der sehr, sehr wenigen Mankos.

UXCampBerlin 2010

Das UXCamp begann für mich am Samstag in aller Herrgottsfrühe, nach Abfahrt am HBF Magdeburg um 6:04 Uhr traf ich gegen 9:00 Uhr letztendlich im ESZ ein und wurde gleich freundlich empfangen. Man wurde mit einem Namensschild und einem (werbefreien!) UXCamp-T-Shirt versorgt und konnte sich erst einmal mit Croissants und lecker belegten Brötchen den Magen füllen. Wie die Teilnahme war auch das Catering vollkommen kostenlos. Gegen 10 Uhr hatte ich mittlerweile auch Matthias, Jana und Katharina von UCDplus gefunden und die Kick-Off-Veranstaltung im Hörsaal begann mit einer allgemeinen Einführung und gegenseitigem Kennenlernen: „Da Ihr die Leute links und rechts von Euch wahrscheinlich kennt, steht doch alle mal auf und stellt Euch den Leuten vor und hinter Euch vor.“ Auffällig wurde während der Einführung, wie viele Teilnehmer aus dem Ausland angereist waren – die Entscheidung des Organisationsteams, das UXCampBerlin dieses Jahr europäisch zu machen, inklusive Reservierung von 2/5 der 400 Plätze für Teilnehmer aus dem Ausland, hatte Erfolg. Abschließend wurde ein Session-Pitch durchgeführt, bei dem jeder, der einen Vortrag oder Workshop halten wollte, sich und sein Thema kurz vorstellte und das Publikum gefragt wurde, wie viele Anwesende wohl Interesse an so eine Session hätten. Nachdem die Sessions alle in den Zeit- und Raumplan einsortiert waren, begann die Qual der Wahl: Es gab dermaßen viele interessante Themen dass man sich am liebsten zwei- oder dreigeteilt hätte, um auch an jeder wirklich interessante Session teilzunehmen. Die folgenden Sessions habe ich besucht:

1. Session: Designer-Developer-Workflow mit „Sketch Flow“

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Rich-Internet-Application-Experte und Coach Sascha Wolter (Autor diverser RIA-Bücher und Artikel, Gründer von flashforum.de) stellte aus Microsofts Expression Studio das Prototyping-Werkzeug Sketch-Flow, insbesondere dessen Integration in den Arbeitsablauf zwischen Designer und Auftraggeber und zwischen Designer und Entwickler vor. Sketch Flow ist ein definitiv interessantes Tool zur Erstellung von Entwürfen und interaktiven Prototypen für Anwendungen und Webseiten. Spannend klingen vor allem die Möglichkeiten, dass diese Prototypen nach der Übergabe an die Entwickler durch diese direkt weiter benutzt werden können. Zwar liegt der Fokus hierbei selbstverständlich auf Silverlight- und WPA-Entwicklung, ich denke ich werde das Programm aber trotzdem in den nächsten Wochen genauer in Augenschein nehmen, vielleicht bietet es auch Vorteile für unseren Workflow. Man merkte übrigens, dass Sascha so einige Erfahrung mit Vorträgen und Coachings hat, sein Vortragsstil war hervorragend und es hat richtig Spaß gemacht, ihm zuzuhören.

2. Session: Prototyping mit Antetype

Im Anschluss ging es gleich in die nächste Session zum Thema Prototyping, bei der zwei Experten der Interface-Design-Agentur Ergosign ihr in Eigenentwicklung hergestelltes Prototyping-Tool Antetype vorstellten. Leider wurde der Vortrag über die (noch in Entwicklung befindliche) Software größtenteils recht dröge gehalten, was zwar nicht so dramatisch aber im direkten Kontrast zu Sascha Wolter dann doch eine starke Entschleunigung war. Das Tool selbst war leider ebenfalls nicht ganz so spannend, zumindest für meinen Geschmack. Für ein Prototyping-Tool ist es mit seinen hochqualitativen Stencils und der Unzahl an Objektparametern eigentlich schon viel zu perfekt und präzise. Da kann man dann auch direkt in Photoshop mit selbst zusammengestellter Elementbiliothek arbeiten.

Im Anschluss wurde die Mittagspause im sonnigen Innenhof eingeläutet und eine riesige Schlange bildete sich vor dem Grillstand. Neben vielen interessanten Gesprächen hat es mir die Currywurst besonders angetan. Berlin ist dahingehend doch noch eine ganz andere Liga.

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3. Session: Next Generation User Interfaces

Weiter ging es mit der gegen die Mittagsmüdigkeit wohl besten Medizin: Sascha Wolter. In diesem Vortrag ging es um aktuelle und in Entwicklung befindliche Nutzerschnittstellen von Multitouch-Oberflächen über die Wiimote bis zum Project Natal und von Sprachsteuerung bis hin zu sensorbasierten Objekten. Dabei führte Sascha diverse eigene Experimente in dieser Richtung vor, unter Anderem einen Lego Mindstorms Roboter, der sich per Sprachsteuerung über das Internet lenken ließ. Ein sehr unterhaltsamer Vortrag, der einen guten Überblick über den Stand der Technik gab und einen dabei umfassend inspirierte.

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4. Session: Designing Interfaces for Airplanes and Naval Vessels

In dieser Session gaben zwei UX-Designer der Design-Beratung eda.c und der Boeing-Tochter Jeppesen Einblicke in die Interfacegestaltung für Linienflugzeuge und große Schiffe. Ein spannender Blick über den Tellerrand, als Interface-Designer für Webseiten hat man ja eher selten das Problem, dass Bedienfehler gleich zu schweren Katastrophen führen. Zum Glück.

5. Session: Creating the next Typo3 Interface

Jens Hoffmann (TYPO3 Usability & Design Team Leader) und Björn Brockmann sprachen im Anschluss über das Interface von Typo3. Das meiner Meinung nach vollkommen überkomplexe und überladene Interface des CMS war in den vergangenen Jahren nie wirklich verbessert worden (allenfalls optisch aufgehübscht), wird aber nun endlich grundlegend überarbeitet: Um die „Bestie zu zähmen“ (Jens) wurde letztendlich die Option gewählt, komplett von vorn zu beginnen, was im Falle von Typo3 wahrscheinlich die einzig richtige Lösung ist. Als Leitprinzipien für die Neugestaltung wurden vor allen Dingen nutzerzentrisches Design, Reduzierung der Komplexität durch intelligent gewählte Standardeinstellungen, versteckte Funktionen und kontextbasierte Funktionalität sowie die Reduzierung der Abstraktion ausgemacht, wobei „die Seele von Typo3 beibehalten“ werden sollte. Grundlage für das zukünftige Interface bildete dann die Definition von neun Personas (Typen von Anwendern), vom Content Editor über Marketing Manager und Entwickler bis hin zum Entwickler und Administrator. Diese Personas wurden dann wiederum in Gruppen zusammengefasst. Die Nutzerschnittstelle von Typo3 sollte nun dergestalt entwickelt werden, dass jede Gruppe ein genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Interface erhält, die Funktionalität der anderen Gruppen aber weiterhin für alle erreichbar bleibt.

Aus diesen Überlegungen sind Entwürfe (Wireframes) entstanden, die uns sehr umfassend präsentiert wurden. Meiner Meinung nach, ist das neue Interface ein großer Schritt nach vorn für Typo3, insbesondere der Content-Editier-Modus bei dem die Backend-Funktionen als unaufdringliche Toolbar oberhalb der Webseite eingeblendet werden und der Nutzer die Inhalte direkt im Frontend editiert, sieht nach einer großen Erleichterung für die oft recht technikfernen Webredakteure aus. Auch alle anderen Screens wirken deutlich aufgeräumter und damit potenziell produktiver. Einzig der integrierte Chat war mir dann doch zu viel des Guten. Es macht zwar durchaus Sinn, dass Nutzer, die gemeinsam an einer Webseite arbeiten, auch miteinander kommunizieren, ein Skype-ähnlicher Chat geht dann vielleicht dann doch zu sehr in Richtung Featuritis. Man darf trotzdem auf das neue UI gespannt sein, laut Planungen soll in einem Jahr der Launch erfolgen. Wer mehr zu den Konzeptionsschritten und den Wireframes sehen will, dem lege ich die Präsentationsfolien sehr ans Herz:

6. Session: How to Create the Perfect Pop Song

Die wohl beste Session des Tages (neben der von Eric Reiss, die ich leider wegen des mittelmäßigen Antetype-Vortrages verpasst habe) kam zum Schluss: Freelance UI-Designer Holger Eggert erklärte uns am Beispiel von Robbie Williams’ Song „Feel“, aus welchen Elementen ein erfolgreicher Pop Song aufgebaut ist: Thema und Metapher, Struktur, Reime, Hooks, Wiederholung & Kontrast und viel Recherche. Das Ganze war aber nur ein taktischer Kniff (ein „Head Fake“ im Sinne von Dr. Randy Pausch), denn gleichzeitig hatte er uns auch die auch die Grundprinzipien von UX-Design und kreativen Werken im Allgemeinen noch einmal näher gebracht. Nach vielen guten Hinweisen, wie man bestmögliche kreative Lösungen erreicht („viel, viel Arbeit“) kam der zweite Head Fake, denn eigentlich war der Vortrag auch darüber, wie man anderen Menschen Themen und Konzepte wie kreatives Arbeiten beibringt. Holger verdiente sich mit diesem Vortrag auf jeden Fall den größten Applaus des Tages und durfte als Zugabe auch noch einen selbstverfassten Popsong auf Gitarre zum Besten geben.

Es ist mir leider unmöglich, seinen Vortrag hier im Blog so zu beschrieben, dass auch nur ein Quäntchen von der Pfiffigkeit und Inspiration sowie der Begeisterung des Publikums herüberkommt. Zum Glück wurde der Vortrag auch auf Video aufgezeichnet. Es lohnt sich:

7. Session: Reinventing Social Communication – Drinking Kölsch

Dies war natürlich keine wirkliche Session, die Kölner Agentur Nexum spendierte einige Fässer Kölsch und so konnte man bei vielen Gesprächen die letzten Sonnenstrahlen genießen.

Nach kurzem Check-In im Hotel (sie hätten einem ja mal sagen können, dass wenn man online mit Kreditkarte bucht, diese zum Check-In auch nochmal mitbringen muss…) ging es zu Fuß zur „Kohlenquelle“ in der die obligatorische UXCamp-Party stattfand. Nebenbei wurde per Beamer der Eurovison Song Contest übertragen, der mit zunehmender Punktevergabe immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zog. Während die meisten Teilnehmer Lenas Sieg feierten oder sich freuten, genau in diesem Moment Deutschland zu besuchen, nahmen die doch recht zahlreich anwesenden Briten ihren letzten Platz mit Humor. Bei durchgängig kostenloser Getränkeversorgung (danke an die Sponsoren!) wurde dann noch bis weit nach 4 Uhr gefeiert, getanzt und geredet.

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Zum zweiten Teil des Berichts »

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