23.
Dezember
Der optimistische Weihnachtsausblick
von Christian Metzeler Ein Kommentar

Liebe Freunde, Blogleser, Kollegen und Unbekannte,
wir wünschen euch allen schöne Weihnachten. Und wir wünschen uns allen ein erfolgreiches Jahr 2009. Ich will an dieser Stelle keine Zeit mit Rückblicken vergeuden – das Jahr 2008 war ereignisreich, toll, spannend und für mich persönlich in jeder Hinsicht ein sehr schönes. Es hat sich sozusagen alles zum Guten gewendet. Dasselbe wünsche ich und wünschen wir Euch allen auch.
Für 2009 bin ich optimistisch. Unsere kleine Firma hat in den letzten Monaten, insbesondere im November und Dezember stark an Fahrt aufgenommen. So konnten wir unser Anfangsteam bereits um zwei weitere Mitarbeiter vergrößern und die nächsten Monate werden hoffentlich weiteres Wachstum bringen. Der jüngste Neuzugang in unserem Unternehmen ist Stephan. Der Dezember war bzw. ist außerdem der erste Monat – und Januar und Februar werden es ihm gleichtun – in dem wir einen echten, tragfähigen Gewinn ausweisen werden. Und damit liegen wir – bei aller Bescheidenheit – exakt auf der Zeitlinie unseres Businessplans, was sehr motivierend ist.
Mir ist auch für 2009 nicht bange – trotz Finanzkrise, der weileidigen Ansprachen von allen Seiten, Katastrophenmeldungen bzgl. der Weltkonjunktur und allem Geheule aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft . Offensichtlich haben weder unsere Kunden noch die Europäer im allgemeinen viel Angst vor dem nächsten Jahr und lassen sich diese hoffentlich auch weiterhin nicht einreden. Der Konsum läuft, nur die Banken und die fehlgeleitete Automobilbranche müssen etwas abspecken – was allerdings nur zu begrüßen ist. Nur in der Krise kann ein echter, notwendiger Wandel eingeleitet werden.
Ich persönlich bin der Ansicht, dass 2009 viel besser wird, als allgemein angenommen. In unserem Geschäft ist das natürlich einfach: der Markt für Webentwicklung wächst wesentlich schneller, als qualifizierte Kräfte auf den Arbeitsmarkt kommen, die ihn abdecken könnten. Kombiniert mit den Stärken unseres Teams und unserer Firma ergibt sich für uns ein positives Bild. Aber nicht nur in unserem Business wird es 2009 aufwärts gehen: bedingt durch die großen Vermögen, welche die Europäer und gerade wir Deutschen besitzen und einen Reichtum, der nicht auf Krediten sondern auf echten Vermögenswerten basiert, können wir der Krise getrost trotzen und 2009 gelassen nehmen. Und unsere soziale Marktwirtschaft bewährt sich gerade wieder einmal mit großer Standfestigkeit – im Gegensatz zu vielen anderen Modellen auf dieser Welt. Und gerade in der Krise offenbart sich, wessen Geschäft tragfähig ist und wer eher auf Sand gebaut hat – ein nötiger Ausleseprozess gehört zur Marktwirtschaft eben dazu und nicht jeder muss auf Dauer durchgepäppelt werden.
Von daher: Pessimismus ist nicht angebracht. Wir durchlaufen nur eine Krise – und von denen gab es schon mehrere, die wir alle überwunden haben: Ende der 70er die Ölkrise, Mitte der 80er die Immobilien, Anfang der 90er die Wiedervereinigung, Anfang 2000 die New Economy, jetzt eben die Finanzkrise. In 12 Monaten wird kein Mensch mehr davon sprechen und es geht weiter aufwärts.
Dieses „Aufwärts“ erhoffe ich mir auch für unsere Firma. Unseren Kunden versprechen wir weiterhin harte Arbeit in ihrem Dienste. Unseren Mitarbeitern versprechen wir verantwortliches und vorausschauendes Handeln. Und uns allen wünschen wir viel Erfolg, Zuversicht und Gelassenheit bei allem, was das kommende Jahr bringen mag.
Mit herzlichen Grüßen vom Hasselbachplatz und allen guten Wünschen für Weihnachten und Sylvester,
das Team von webvariants.
21.
Dezember
Heute endet TruemanTV
von Wolf Brüning Kommentieren
Am heutigen Sonntag endet nach mehr als 15 Monaten ein sehr außergewöhnliches Internet-Projekt: Der Berliner Marcel Kotzur übertrug in dieser Zeit sein komplettes Leben 24 Stunden am Tag (fast) ohne Unterbrechung live per Mikrophon und Kamera in das Internet.

Ich greife dieses Theama hier auf, da zwei heutige Mitglieder von webvariants zu Beginn dieses Projekts mit zum Trueman-Team gehörten: Gregor (Flashentwicklung) und meine Wenigkeit (Design). Die Vorbereitungs- und Startphase von TruemanTV war damals eine extrem spannende Zeit, voller technischer Herausforderungen (die Hardware musste möglichst von überall unterbrechungslos einen Livestream senden und dabei einfach zu tragen sein, die Struktur der Webseite musste ein Surfen auf der Seite, ohne Unterbrechung des Streams ermöglichen) und interessantem Feedback zu dem neuen Format.
Leider zerbrach kurz danach das Team an einem Streit der Gründer. Um so erstaunlicher ist es, dass trotz dessen das Projekt und somit die Übertragung weiterlief. Das Ziel, dieses Livecasting-Experiment ein Jahr lang durchzuführen, wurde letztendlich sogar noch um drei Monate übertroffen. Reich an Geld ist mit dem Projekt wahrscheinlich niemand geworden, dafür reich an Erkenntnissen und Erfahrung – besonders Marcel.
Ich wünsche ihm hiermit eine frohe Weihnachtszeit mit seiner wiedergewonnenen Privatsphäre, wenn er heute um 20:30 Uhr nach 461 Tagen die Kamera ausknipst. Und ich bin gespannt, wan man von Ihm in Netz noch so erleben wird. Ganz verschwinden will er ja nicht: Die Trueman-Firma samt Marke und Technik hat er den Gründern vor kurzem abgekauft und seine Community an über 18.500 Zuschauern will er gewiss auch nicht ganz alleine lassen. Aber wer ihm heute noch ein letztes Mal live zuschauen will, sollte sich beeilen.
Links:
5.
Dezember
Buttons für Webentwicklungs-Fans
von Wolf Brüning 4 Kommentare
Heut ist als kleines Nebenprodukt ein Stapel stylisher 25mm-Buttons für Webentwickler und Webentwicklungs-Fans entstanden:

Wer einen will, kann sich gern einen bei uns im Büro abholen… 
(Aber vorher Bescheid sagen!)
3.
Dezember
Fallstricke des Unternehmeralltages: Die Berufsgenossenschaft
von Christian Metzeler 2 Kommentare
Anfang September schrieb ich einen Beitrag über die lustige Künstlersozialabgabe und amüsierte mich halb über die bürokratischen Tentakeln unseres schönen Vollversorgungslandes. Mitte November stiess ich dann auf die nächste Vollversorungszwangsanstalt unserer nicht ganz so freien, dafür umso sozialeren Marktwirtschaft (das ist jetzt alles halb so böse gemeint, ich bin schon ganz zufrieden hier): die Berufsgenossenschaften.
Also, das funktioniert so: wenn man ein Unternehmen besitzt und Arbeitnehmer beschäftigt (oder, um das in den Worten meiner Freunde aus dem Seminar „Soziale Polarisierung, Prekariat und Demokratie“ auszudrücken als gnadenloser, kapitalistisch-imperialistischer Ausbeuter der unterdrückten Arbeiterklasse auftritt), dann ist man verpflichtet, einer so genannten Berufsgenossenschaft beizutreten. Von denen gibts einen ganzen Haufen und die für Webentwickler, Internetdienstleister und die meisten sonstigen freien Berufe zuständige Berufsgenossenschaft ist die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft VBG.
Die Mitgliedschaft in der BG kostet natürlich was und man versichert damit seine Arbeitnehmer gegen alle Unfälle, die während der Arbeitszeit passieren (nur nicht die Unfälle, welche einem auf der Toilette passieren, denn das ist nämlich Privatsache > das ist kein Scherz, hab ich neulich im Bildungsfernsehen gesehen). Auf der Weg von und zur Arbeit ist man aber auch versichert (auch auf dem Weg zur Toilette
). Im Prinzip ist das eine ganz nützliche Geschichte und die Mitgliedschaft kostet auch nicht wirklich viel. Es gibt bei der VBG einen Mindestbeitrag von 81,00 Euro im Jahr, zzgl. ein paar Cent für eine Rentenumlage. Den genauen Beitrag kann man sich so ausrechnen:
Beitrag Versicherung = (Gefahrtarif der Unternehmung × Beitragsfuß × Lohnsumme des Unternehmens) / 1000
Beitrag Rentenumlage = (Beitragsfuß Rentenumlage × Lohnsumme des Unternehmens) / 1000
Ein Beispiel: unser Gefahrtarif ist voraussichtlich 0,37, weil wir so eine harmlose Unternehmung sind (es gibt auch Gefahrtarife von über 20). Der Beitragsfuß wird vermutlich für 2008 rund 4,3 betragen. Unsere Lohnsumme, also das, was wir jährlich unseren Angestellten an Bruttolöhnen auszahlen, sei 100.000 Euro (haha… noch nicht ganz
). Dann müssten wir also folgenden Beitrag zahlen: (0,37 × 4,3 × 100.000 Euro) / 1000 = 159,10 Euro. Dazu kommen nochmal (0,25 × 100.000 Euro) / 1000 = 25 Euro für die Rentenumlage. Insgesamt macht das also 184,10 Euro, wenn man im Jahr 100.000 Euro an Löhnen auszahlt. Ist also keine umwerfende Belastung und die Arbeitnehmer sind gut versichert.
Übrigens: die Mitgliedschaft in den Berufsgenossenschaften ist zwangsverpflichtend und man muss sich selbst anmelden. Die BGs sagen einem da nicht Bescheid (so wie zum Beispiel die IHKs) und wenn man sich da nicht drum kümmert und es passiert etwas (Unfall, Prüfung) steht man plötzlich ganz dumm da. Insofern sollte man sich da drum kümmern, BEVOR etwas passiert – was wir jetzt auch gemacht haben.
2.
Dezember
Zurück zu Feuerstein und Keule
von Wolf Brüning 4 Kommentare
…so entwickelt sich zumindest eine meiner aktuellen Aufgaben und treibt mich an den Rand des Wahnsinns.
Aber von Anfang an: Ein Agenturkunde wünscht sich von uns die technische Umsetzung eines ansprechenden Newsletter-Designs. „Eigentlich kein Problem“ dachte ich mir und etwa zwei Stunden später erstrahlte das Design auch schon in einem wunderbar sauberen, 100%-XHTML-Strict-validem und semantisch gut durchorganisierten Quellcode. Eigentlich ein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen… aber Pustekuchen! Die Testmails mit diesem Layout kommen vollends zerhackt in Outlook 2007 an! Thunderbird und andere Mailclients hingegen machen keine Probleme. Was ist los?
Eine kurze Recherche brachte dann Aufklärung und Ernüchterung zugleich: Outlook 2007 benutzt nicht mehr den Internet-Explorer als Rendering Engine für HTML-Mails sondern Word!!! Wie es sich für ein Microsoft-Programm gehört, kennt Word in Sachen HTML natürlich keine standardgemäßen und seit Jahren fast durchgängig praktizierten CSS-Layouts – nein, Word kennt und kann nur Tabellen-Layouts! Tabellen! TABELLEN!!! Wenn Outlook nun eine Randsoftware mit verschwindend geringem Marktanteil wäre, könnte man ja gelinde gesagt über das Problem hinwegsehen. Aber nein, gerade den Platzhirsch unter den Business-Mail-Programmen (geschätzter Marktanteil im Businessbereich um die 50%) kann man wohl schlecht übergehen.
Die letzte halbe Stunde heute habe ich dann relativ perplex vor meinem Rechner gesessen und versucht, ein Tabellen-Layout anzufangen. Ich konnte mich aber nicht dazu durchringen. Man stelle sich nur das Gefühl vor, wenn man heutzutage gezwungen wäre, mit Word 2.0 für DOS ansprechende Geschäftsbriefe zu verfassen oder mit Lochkarten Rechner zu programmieren. Wer sträubt sich da nicht? Tabellenlayouts habe ich mir vor etwa vier Jahren abgewöhnt und morgen führt kein Weg daran vorbei, ich muss wieder damit anfangen. Falls ich dabei nicht meine Tastatur vor Frust verspeise, wird man an dieser Stelle demnächst wieder von mir hören.
(Outlook 2003 macht mit der IE-Engine natürlich keine solchen Probleme – ein wirklich kurioser Rückschritt über den man lachen könnte, wenn es nicht so traurig wär.)