30. September

Impressionen von der Photokina 2008

von Wolf Brüning Kommentieren

Wolf mit großer Linse

Die vergangene Woche stand für alle Fotografie- und Bildver­arbeitungs-Interessierten im Zeichen der Photokina. Für mich als Art Director von webvariants (schließlich nutzen wir in der Webentwicklung nicht zu wenig Bildverarbeitung und auch mal stehende oder bewegte Bilder) und passionierten Fotografen war diese Messe, die als weltweit bedeutenste Ausstellung in ihrem Bereich gilt, daher auch von großem Interesse. Also ging es am vergangenen Wochenende zusammen mit Ronny von unserer Lieblingsdruckerei Flyerheaven nach Köln. Hierbei konnte sich auf dem Hinweg die Deutsche Bahn besonders auszeichnen: Diese schaffte es (entgegen einer vorhergegangenen Ankündigung), außerplanmäßig zwei Minuten im Kölner Messebahnhof zu halten, die Türen blieben aber konsequent geschlossen. Wahrscheinlich wollte man nicht, dass den Messebesuchern die Panorama-Rhein-Überfahrt entgeht.

Mein Hauptinteresse galt der Präsentation der Canon EOS 5D Mark II, der Nachfolgerin meiner Kamera. Diese glänzt nicht nur mit einem 21-Megapixel-Vollformatsensor und mit einer Empfindlichkeit von bis zu (allerdings arg verrauschten) ISO 25.600 sondern auch mit der Fähigkeit, Videoaufzeichnungen im Vollformat (1080p) anfertigen zu können. Diese Eigenschaft macht diese Kamera besonders interessant, denn vergleichbare HD-Videokameras mit Wechselobjektiven und somit manueller Einstellmöglichkeit für Blende, Focus und Zoom und entsprechender Bildqualität kosten mindestens das Fünffache. Zwar mag die Kamera dafür kein vollwertiger Ersatz sein, dass beeindrucke Video von Vincent Laforet zeigt aber, wieviel visuelles und kreatives Potenzial in dieser Kamera steckt.

Natürlich beruflich interessant war die Vorstellung der neuen Creative Suite 4 von Adobe, die viele praktische Neuerungen, wie den CSS-Export in Fireworks oder das intelligente nicht-proportionale Skalieren in Photoshop. Besonders viel erwarte ich mir von der Angleichung der User-Interfaces der einzelnen Komponenten. Jeder der schon einmal oft zwischen Photoshop, Illustrator, Flash und Dreamweaver hin und herwechseln musste, wird wissen, was ich meine. Jetzt muss ich nur noch Chris dazu überzeugen, die CS4 für die Firma anzuschaffen ;) . Weitere Interessante Produkte waren unter anderem die Lightroom/Aperture-Alternative Bibble 5, das Farbkalibrierungssystem ColorMunki und die neuen Lensbabies.

Bemerkenswert war der vollkommene Mangel an Merchandise. Es gab Prospekte ohne Ende, hier und da eine Tüte (für die Prospekte) und seltener noch eine CD-ROM (wenn das Prospektedrucken zu teuer war). Besucher der nächsten Photokina sollten hiermit gewarnt sein, eigenes Schreibgerät mitzubringen: Noch nicht einmal Werbe-Kugelschreiber gab es dort. Die meisten Betreiber der größeren Stände verfolgten da ein ganz anderes Konzept: Anstelle die Messebesucher mit Merchandise zuzuschmeißen, lockte man die fotoaffine Zielgruppe mit hübschen Models, Performances und Laufstegshows an den eigenen Stand. So wundert es auch nicht, dass ein nicht zu geringer Teil der Messebesucher offenbar nur zum fotografieren dort war.

Zuletzt gilt es noch einmal Dank an Dirk Metzmacher vom Photoshop Weblog für die Eintrittskarten auszusprechen. Einige visuelle Impressionen von der Messe kann man in unserer Flickr-Galerie betrachten:

Lensbaby in Aktion Dickes Ding Der Foto-Imperator IMG_1806 IMG_1807 IMG_1815 Makro-Szene Knut und so ;o) Wirklich? Minox-Messestand Fototribüne Bilderwahnsinn 2 Bilderwahnsinn 1 Objekt der Begierde

29. September

Das hab ich ja gleich gesagt…

von Christian Metzeler Kommentieren

Tjaja…. das Geschäftsleben ist einfach kein Zuckerschlecken. Selbst im Positiven liegen mitunter wirklich fiese Dinge verborgen. Heute mussten wir zum ersten Mal seit Bestehen unserer Firma (na gut, das sind – wenn wir es mal ehrlich betrachten – so drei bis vier Monate)  einen Auftrag ablehnen. Und warum? Weil wir mit dem Termin nicht klargekommen wären! Das war eine deprimierende Erfahrung. Das war schlimmer als 10.000 Euro für Hardware auf den Tisch zu legen. Ich hab fast geheult.

Nein, so schlimm war es nicht. Und gut, ich sollte mich natürlich nicht beschweren, denn immerhin ist es ja eine schöne Position, wenn man sagen kann, das die Entwicklungspipeline voll ist und zeitkritische Projekte für die nächsten zwei bis drei Wochen nunmal nicht machbar sind, wenn sie einen bestimmten Umfang überschreiten. Denn das zeigt, dass der Laden läuft, dass wir Aufträge reinbekommen und einen Stand erreichen, an dem wir uns zumindest über das aktuelle Tagesgeschäft nur insofern Sorgen machen müssen, als das wir unsere Projekte fertigstellen. Es wäre viel schlimmer, wenn wir uns langweilen würden. Aber diese Gefahr besteht – offensichtlich – momentan zumindest nicht. Aber ich habs schon Anfang August gesagt: das Schlimmste was uns passieren ist, dass wir ein 50.000 Euro-Projekt an Land ziehen, dass wir dann nicht umsetzen können, weil uns die Kapazitäten fehlen. Das wäre der Horror schlechthin.

Zumindest haben wir seit heute zwei Praktikanten im Haus, die auch schon direkt an einem konkreten Projekt arbeiten. Die Website selbst ist zwar eine Charity-Sache, d.h. wir machen es kostenlos für den Kunden, aber wir erhoffen uns dadurch einerseits, die beiden zu testen. Und weiterhin können wir dadurch mit einer Vergrößerung unserer Entwicklungsabteilung experimentieren und sehen, ob Dave der Laden dann um die Ohren fliegt oder ob er das gehandled bekommt. Eine Aufstockung unserer Kapazitäten wird ohnehin nötig werden – und zwar noch im Oktober. Also hoffen wir mal zweiteres.

Und das alles ist – bei aller schottischer Zurückhaltung, hanseatischer Gelassenheit und bayerischer Gemütlichkeit – wirklich ein Erfolg für unser noch sehr junges Unternehmen. Ich zumindest gehe morgens – auch am Samstag und Sonntag, nur da eben etwas später – voller Vergnügen in unser schönes Büro und freue mich darauf, was produktives zu machen. Und bald eben mit ein paar Leuten mehr…. :-)

26. September

Unser Büro vor 70 Jahren

von Wolf Brüning Kommentieren

Wir sind zu Recht stolz, in einem der wohl am schönsten ge­legenen Büros in ganz Magdeburg zu arbeiten: Der „Plätt­bolzen” (so genannt wegen seines dreieckigen Grundrisses) gehört gewiss zu den markantesten historischen Geschäfts­gebäuden der Stadt. Erbaut 1886 im Stil der Neorenaissance und repräsentativ gelegen am Hasselbachplatz war dieses Hochgründerzeit-Haus seit seiner Erbauung 1886 immer schon ein interessantes Motiv für Fotos und Postkarten.

Vor kurzem fand ich zwei solche Postkarten, die schöne histo­rische Ansichten von Hasselbachplatz und Plättbolzen zeigen. Die rechts abgebildete Postkarte zeigt den Hasselbachplatz im Jahr 1912 mit Hasselbach-Brunnen und der Spitze unseres Gebäudes. Das obige Bild ist 20-25 Jahre älter und kann leider nicht genau datiert werden. Es muss zwischen 1927 (Verlegung des Brunnens) und 1941 (Datum des Poststempels auf der Karte) entstanden sein. Interessant ist jedenfalls, dass bereits damals eine Bank unter unserem Balkon beheimatet war: Die „Commerz- und Privat-Bank”, 1920 entstanden aus der Fusion der Hamburger „Commerz- und Diskonto-Bank” und der Magdeburger „Mitteldeutschen Privatbank”. Auch wenn unter uns heutzutage ein anderer Bankkonzern seinen Geschäften nachgeht, gibt es dieses Unternehmen auch heute noch. Es heißt allerdings nur noch Commerzbank.

Glücklicherweise überstand das Gebäudeensemble, dass den Hasselbachplatz im Norden umschließt, den zweiten Weltkrieg und den Sozialismus (im Gegensatz zu großen Teilen Magdeburgs) relativ unbeschadet. So haben wir Heute nicht nur unser Firmenschild an einem hochrepräsentativen Haus, sondern auch die wunderbare Aussicht von unserem Balkon.

Diesen Ausblick und aktuelle Ansichten des Plättbolzens, kann man sich auf den folgenden Bildern anschauen:

Hasselbachplatz in der Dämmerung Hasselbachplatz in der Dämmerung Unser Büro Unser Büro Plättbolzen Panorama Nacht Plättbolzen Panorama Unser Büro bei Nacht

25. September

Der Weg zum eigenen Unternehmen – Teil 2

von Christian Metzeler 7 Kommentare

Im ersten Teil beschrieb ich die Anfänge unserer Planung und die ersten Gespräche. Jetzt geht es weiter mit dem eher harten Teil: Denn so Anfang September 2007 machten wir uns also auf den Weg zu Banken, um dort um Kredite zu betteln. Und ungefähr so darf man sich das auch vorstellen. Egal wie gut man gekleidet ist, wie sicher man sich fühlt, egal wie toll die Zahlen und der Plan waren: letzten Endes waren wir doch nur Bittsteller. Das einzig Gute daran ist: es lehrt einen Demut und man gewöhnt sich dran. Es gab hin und wieder auch ein paar wertvolle Hinweise zur Verbesserung unseres Plans.

Woran man sich aber weniger gewöhnt, waren die Absagen. Wir hatten zuerst die Deutsche Bank und gleichzeitig auch die Dresdner Bank angesprochen. Bei der ersten gab es sogar ein richtig gutes Gespräch, denn unsere Ansprechpartnerin war tatsächlich für Firmenfinanzierung zuständig und kannte sich in dem Metier auch aus. Dennoch gab es nach unserem Gespräch, das eigentlich ganz optimistisch verlief, erstmal drei Wochen lang gar nichts zu hören und dann kam ein Ablehnungsschreiben, dass von irgendjemandem unterschrieben war, den wir gar nicht kannten. Diese Praxis machte mich dann eher zurückhaltend, was die weitere Empfehlung der Deutschen Bank, bei der ich zur Zeit auch noch privat Kunde bin, angeht. Ich überlege mir ständig einen Wechsel zu einer anderen Bank, bin nur etwas zu faul, das auch durchzuziehen. Bei der Dresdner Bank gingen sowohl Gespräch wie auch Ablehnung wesentlich schneller. Bereits während der Unterhaltung war erkennbar, dass die Bank sich mit der Finanzierung von Internetfirmen gar nicht gern auseinander setzt und unsere Gesprächspartnerin vom Thema auch nichts verstand. Auch das war ernüchternd, denn so vollmundig die Werbung individuelle Beratung versprach, so standardmäßig war das Kreditabfertigungsverfahren ganz nach Basel-II. Na gut, vielleicht sollte mir die Dresdner Bank ohnehin ein bisschen leid tun – denn jetzt wird sie ja ohnehin verschwinden, nach dem Kauf durch die Commerzbank.

Die nächste Anlaufstelle war dann unsere örtliche Sparkasse, eigentlich ein wichtiger Finanzierer von lokalen Unternehmen und Gründern. Dort gaben wir unsere Unterlagen vorab ab und kamen dann noch nicht mal zu einem erklärenden Gespräch: wir wurden gleich mit einem Brief beschieden, in dem uns erklärt wurde, wir mögen uns doch an die Investitionsbank wenden. Die würden Unternehmensgründungen in unserem Bereich unterstützen. Die IB Sachsen-Anhalt ist eine Landesförderbank, die zur NordLB gehört – und somit also eine Bank der Bundesländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie deren Sparkassen ist. Insofern hat uns die Sparkasse also an eine Bank verwiesen, die ihr selbst zu Teilen gehört und die für Unternehmensgründungen zuständig ist. Das wussten wir zu dem Zeitpunkt aber so noch nicht und kamen uns deswegen ein bisschen arg abgewiesen vor… noch nicht mal ein Gespräch anzubieten, ist irgendwie deprimierend. Eigentlich war das Verhalten der Sparkasse aber ganz ok, nur leider eben… unpersönlich.

Ja, die IB hatten wir ohnehin auf dem Schirm und wären dort sowieso noch aufgeschlagen. Jetzt eben ne Ecke schneller. Wir nahmen also Anfang Dezember 2007 alle unsere Unterlagen und reichten diese bei der Investitionsbank ein. Dort gerieten wir zuerst an eine Art Vorbetreuer, der eingereichte Projekte prüft und die Antragssteller soweit bringt, das alle Unterlagen und Anforderungen erfüllt sind. Das war prinzipiell gar keine schlechte Sache, aber da es hier erstmal für Wochen kaum weiterging, weil wir immer neue Unterlagen anschleifen mussten, war es doch mühselig. An manchen Punkten hätte ich fast aufgegeben, aber dann kam doch der entsprechende Tag wo unser Betreuer meinte, jetzt wären wir soweit.

Ende Januar 2008 gingen alle unsere Unterlagen an die eigentliche KfW-Startgeld-Betreuerin und hier lief es plötzlich schneller. Nur ein paar Dinge waren noch aufzubereiten, ergänzende Erklärungen usw. und die hauseigene Prüfung des Gesamtkonzeptes. Als wir die dann positiv erhielten, war endlich Grund zum Optimismus angesagt, denn in rund 95% aller Fälle folgt die KfW der Empfehlung der Investitionsbank, wenn es um das KfW-Startgeld geht. So Anfang-Mitte März wurde Antrag an die KfW weitergereicht. Nun mussten wir uns mehr oder weniger zurücklehnen, weil wir eigentlich nichts mehr tun konnten – ausser warten… fünf lange Wochen.

Wie es da weiterging, beschreibe ich dann im nächsten Teil, wo es rund geht, wir in Panik durch die Gegend rennen, weil wir kein Büro haben und uns mit unfähigen Vermietungsgesellschaften herumärgern und am Ende doch fast alles gut wird.

23. September

Headhunter’s No-Go-Zone!

von Christian Metzeler Kommentieren

Und hier aus aktuellem Anlass eine Nachricht an all die Headhunter oder Personaler da draussen, die versuchen, uns unsere Leute abzuwerben: Is nich! Die fühlen sich nämlich hier bei uns wohl! Und das hat viele gute Gründe: zum einem haben wir hier schöne Sessel zum Arbeiten, außerdem gibts immer wieder leckere Äpfel und Pausensnacks, nette Sofas zum Entspannen (wenn wir mal dazu kämen *puh*, aber das ist ja eine andere Sache). Nicht zuletzt haben wir sehr schicke Jonglierbälle, mit denen man die Finger entspannen kann, wenn man mal wieder acht Stunden am Stück die Tastatur behauen hat. Und jetzt geht mal in Euch und fragt Euch, ob Ihr auch so eine tolle Arbeitsatmosphäre zu bieten habt? Na? Eher nicht? Habt Ihr eher doch nur ein Großraumbüro für achzig Leute mit Boxen, wo die Arbeitssklaven wie die fleißigen Bienen drin arbeiten dürfen? Einen cholerischen Chef, der einmal pro Tag irgendwen zur Schnecke machen muss und sich darüber aufplustert, wie unfähig seine Leute sind? Bietet Ihr nur ein mieses Gehalt für 220-Stunden-Monate? Und dazu noch nicht mal Süßigkeiten, Äpfel und Wasser? Tja, und wenn ihr all das zusammenzählt, dann seht ihr: Wir sind die No-Go-Zone für Headhunter. :-)